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Wie ihr wisst, fasziniert mich als ES Horn Bläser schon immer die Schnittstelle zwischen der Trompe de Chasse und dem deutschen Es Horn.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wenn wir uns als Bläser in der französischen Literatur und Folklore bedienen, auch Kenntnis von der richtigen Interpretation der Musik haben müssen

Bei meinen Recherchen bin ich auf eine kleine Trompeschule des renommierten Jules Cantin gestoßen, dem „Traité Complet de Trompe de Chasse

von 1938 “

061 Cantin

BNF

 

Jules Cantin war Autor und Virtouse auf der Trompe de Chasse  und ist vor allem wegen seiner Bearbeitung der“ Grand Messe de Saint Hubert“ bekannt.  Daneben hat er aber auch séine umfangreiche Literatur von Fantaisien und kleineren Stücken hinterlassen.

In jedem Fall stellt Cantin eine unumstrittene musikalische Kapazität dar, so dass man getrost seine Ausführungen als Referenz betrachten kann.

Das Traité besteht aus einem Theorieteil, dem allerdings noch eine Sammlung Notenexempeln angegliedert ist, die die Theorie recht gut erläutern.  Auf unserer Parforcehornseite können Sie das Traité  in einer Übersetzung von Ferdinand Rosenberg einsehen.

https://www.parforcehornmusik.de/index.php/jagdmusik/trompe-de-chasse-in-d/abhandlung-ueber-das-jagdhorn-j-cantin

Mein Thema in diesem Hornbrief  definiere ich nun ganz konkret:

Wie kann ich französische Jagdmusik authentisch mit dem Parforcehorn in Es blasen. Geht das überhaupt ?

Bei Cantin´s Traité finden wir eindeutige Antworten.

Zunächst müssen wir aber ein paar Begriffen verstanden haben, die einfach eine Grundlage des Verständnisses darstellen.

Der Ton simple:

Die gerade, notengerechte Wiedergabe der geschriebenen Noten wird als „Ton simple (einfacher Ton)“ bezeichnet.

Aber dieser Ton simple ist keinesfalls „simple“, er muss viele Qualitäten haben, die auch einstudiert werden müssen

Es sind nicht die ganz speziellen Verzierungen, die den Unterschied machen, nicht die Roulés oder Tayauts, sondern die erste Hürde ist das korrekte Blasen im Ton simple

Cantin benennt die geforderten Qualitäten  im Ton simple sehr genau:

  • Klangfülle (Sonorité)
  • Klarer Anstoß (Piqué)
  • Richtige Tonhöhe und Rhythmik (Justesse).
  • Légéreté und Geschmeidigkeit (Souplesse)
  • Ein gewisses Timbre und Vibrato
  • Son Soutenu, gestützter Ton
  • Cantin1

 

Levvol3

Anm: Das Vibrato wird von den Trompebläsern teilweise sehr drastisch ausgeführt, was für die meisten Menschen sehr ungewohnt klingt.

Beim Parforcehorn reicht ein gefälliges Lippenvibrato aus,

Cantin fordert: Puissance par le souffle (Kraft durch den Atem) und das ist schon auch  der Schlüssel

Der Ton wird mit warmen Atem und aus dem Bauch erzeugt, diese gestützte Blastechnik ist das fundamentale Credo der Jagdmusik.

Es ist vollkommen anders als beim Waldhorn, eher wie bei einem Dudelsack mit seinem Luftreservoir im Sack und den Pfeifen, die die Musik erzeugen.

Denken wir mal ans Surfen: Der Luftstrom ist die Welle und die Noten surfen darauf und bewegen sich mit der Welle  zur Fermate hin. Wir haben also eine horizontale Richtung der Phrase, das deutsche Parforcehorn denkt da viel mehr vertikal, gerade in den Dreiergruppen der Achtel.

Nehmen wir mal ein einfaches Motiv: Le vol ce l´est.  (1723 Marquis de Dampierre

Le Vol -ce -l´est ist eine Fanfare aus der „Chasse de Courre »  der Parforcejagd zu Pferde. Sie wurde immer dann geblasen, wenn die Hundemeute die richtige Fährte des gejagten Hirsches aufgenommen hat.

vol ce lest.2jpg

f03f03

 

 

Levvol2

 

Wem die Lage zu hoch ist kann gerne in den Hornquinten darunter blasen, das entspricht der zweiten Stimme.

Levvol3

 

Lernziel:

Auf dem Parforcehorn spielbar ?

Anstoß: Piqué  (Cantin beschreibt es mit  „Tü“)

Ja, gehört auch beim Parforcehorn zum guten Ton

Gestützer Ton durchgängig in einer Phrase bis zur Fermate

Ja

Kraft des Luftstroms, um die Klangfülle des Hornes zu gewährleisten,

Dynamik forte oder ff

Ja

An der Fermate deutliches Vibrato

Ja

Tip: Das Vibrato beseitigt fast alle Intonationsprobleme in der Gruppe, weil sich durch es keine Interferenzen bilden können, die sich enorm negativ auf das Klangbild auswirken

Der Ton de Vénérie (Jagdton)

Die Jagdmusik beinhaltet etliche Elemente, die für einen konventionellen Musiker völlig abstrus sich anhören . Man mag denken :„What the fuck is this ?“

Diese Stilelemente sind eben nicht notiert, aber unabdingbar, wenn man authentische Jagdmusik spielen will.

Sie werden traditionell mündlich weitergegeben und sind jedem Trompebläser „quasi mit der Muttermilch eingeflöst“. Die Art der Wiedergabe unterliegt aber regionalen und auch zeitgenössischen Veränderungen, so dass es ähnlich von verschiedenen Mundarten in der Sprache auch deutliche Unterschiede in der Folklore gibt

Nun, bei Cantin finden wir Referenzen, die will ich nun erläutern.

Betrachten wir doch mal die letzte Achtelgruppe im Vol ce lést:

 

vol ce lest4.jpg

 

Bläst man drei Achtel wie gewohnt auf seinem Parforchorn, sind es drei getrennte Achtel (Détaché).  Das ist der ganz normale und notengerechte Ton simple.

Eleganter ist es aber wenn man die Achtelgruppe als Roulé verbunden bläst.

Verbunden ist aber keines falls gebunden (lié). Man erreicht das durch den gestützten Ton und den Luftstrom, den ich oben erwähnt habe.

Statt Tü-Tü-Tü kann man sie mit Tü-lü-lü lautmalerisch imitieren.

Tonbeispiel 3 Piqués  Tü-Tü-Tü   

Tonbeispiel 3 Roulés  Tü-Lü-Lü       

Roule

 

  

Levvol4

Croche heisst Achtelnote. Double Croche sind Sechzehntel, Noire heisst Viertelnote, Noire pointé ist Punktierte Viertelnote.

Tonalité Tonhöhe; Gamme ist Tonleiter

Plusieurs degrés au-dessus einige  Schritte  nach oben, = Gamme ascendante

Plusieurs degrés au-dessous einige  Schritte nach unten= Gamme descendante

Levvol5

Obligatorisch ist das Roulé bei Achteln gleicher Höhe oder absteigenden Achteln.

Niemals Roulé, wenn die Achtel in der Tonhöhe aufsteigen.

Tü und Lü zu unterscheiden, ist nicht immer ganz nachvollziehbar.

Auf dem Parforcehorn können folgende Technik anwenden:

Wir blasen die Achtel verbunden blasen und  d e h n e n  etwas das erste Achtel. Wir blasen also ein  „Rubato“

Rubato kommt von dem lateinischen Wort „Rubare „„Rauben“.

Wenn man die Tönlänge des ersten Achtel verlängert, muss man es einem der Folgeachtel wegnehmen um im Metrum zu bleiben.

quasi das Robin Hood Idyll in der Musik.“Nehmt es den Reichen und gebt es den Armen“.

Durch dieses ständige Rubato entsteht ein horizontaler Drive der Musik zur Fermate hin. Wir kommen weg von den eher vertikalen Achtelgruppen, die häufig auf dem Parforcehorn bei deutschen Gruppen wie Hühnergegacker zu hören ist. Plötzlich ist die Souplesse und Elegance (Geschmeidigkeit und Eleganz) da, die wir ja schon für den Ton simple gefordert haben.

Das Doublé:

Levvol6

 Levvol7

 

 

 

Das Doublé wird auf einer Viertelnote ausgeführt.

Diese Viertel ist in dem Beispiel ist die Note mit der Fahne nach unten. Diese Viertelnote wird ersetzt durch zwei Achtel. Diese sind mit der Fahne nach oben eingezeichnet.

In seiner einfachsten Form. Im 2/4 Takt wird die Viertel in zwei Achteln geblasen . Exemple #4.

Das ist noch relativ unspektakulär. Man spricht es Tü-lü aus

Im 6/8 Takt wird es deutlich differenzierter. Das notierte Achtel wird zur Verdopplung zugezogen. Das Doublé und das notierte Achtel werden zu einem Roulé zusammengezogen  Tü-lü-tü.  (Exemple #5 1ère manière)

Tü sind Piqués bei den Lü wird die Zunge etwas gegen den Gaumen gedrückt. Vom Rubato her wird das erste Tü etwas gedehnt

Für das Parforcehorn sehr geeignet ist Exemple #6  2ième manière. Das mittlere lü wird noch mehr akzentuiert statt lü ein ül, indem die Zunge noch energischer gegen den Gaumen geschnalzt wird.

Das Tayaut:

Das Tayaut ist der Inbegriff des Vénerietons schlechthin. Er soll das Gebell der Hunde imitieren und die Vierbeiner reagieren auch tatsächlich auf das Tayaut.

Es wird wie das Doublé auf einer Viertelnote ausgeführt. Teilung der Viertel in eine Achtel und zwei Sechzehntel (das erste 1/16 wird als Quietscher hochgezogen)

Gehen wir mal von dem Doublé (2 ième maniére) aus  Wir hatten es Tü-ül-tü ausgesprochen. Nun, beim Tayaut gibt es in der Mitte noch einen „Quietscher“ etwa Tü-i-ül-tü.  Wir können  das auch lautmalerisch mit Ta-Y-o wiedergeben. Die Höhe des Quietschers ist eine Terz, aber auch Quarte bis sogar im Extremfall eine Quinte.

Man muss allerdings sagen dass das eigentlich in dieser extremen Form (Quarte/Quinte) nicht mehr zeitgemäß ist und heute kaum mehr geblasen wird

Levvol8png

Cantin gibt das Tayaut als obligatorisch an wenn die Achtel nach der Viertel ansteigt.

Manchmal ist das Tayaut sogar notiert im allgemeinen mit einem Mordant über der Note. Siehe Marquis de Dampierre LevvolTAyautDann ist es auch obligatorisch.

Diesen Hinweis auf notierte Verzierungen gibt Cantin

LevvolTAyaut2

Daneben gibt es nach das Doppeltayaut , welches sich auf eine punktierte Viertel bezieht und in drei Achtel mit Quietscher aufteilt.

 

 Levvol9

 

 

Lernziel:

Auf dem Parforcehorn spielbar ?

Doublé  Tü-Lü

Ja

Doublé 2 ième maniére  (Tü-ül)

Ja, das ist meine absolute Empfehlung

Roulé Tü-lü-lü

Ja, unbedingt

Tayaut Tü-i-ül

I in dieTerz

I in die Quart oder Quinte

Rat: als Doublé 2 ième manière ausführen

Ja,sehr bedingt, aber Grenze des Möglichen

Geht auf sehr grazilen Parforcehörnern

Nein, das ist eindeutig Territoire der Trompe

Doppel-Tayaut Tü-i-ül-i-ül

Nein

 

 

 

Levvol10

   

TonsimpletayautRoule

Fakultatives Roulé und Tayaut:

 

 

Bedeutet dass man auf das Tayaut an anderer Stelle auch nicht verzichten muss, auch in der absteigenden Reihe Etwas mehr geht wohl immer in der Jagdmusik. Manchmal gehen halt die Pferde mit dem Bläser durch

 

Tayautfac

 

Roulefac

Punktierte Viertel oder Viertel mit folgendem Achtel können auch jederzeit als Achtel Roulé ausgeführt werden.

Aber NIEMALS Roulé nach oben !!!!!!

Bspw: Die Achtel am Ende der Phrasen im Le Vol ce l´lst sind auch fakultative Roulés.

 

 

 

In wie weit wir mit unseren Parforcehörnern allen fakultativen Möglichkeiten folgen, ist eine Frage des Geschmackes. Ich gebe zu bedenken, dass, wenn alle Viertel in Achtelgruppen aufgelöst werden, ein gewisser Einheitsbrei entsteht und alle Stücke klingen dann irgendwann gleich, weil sie die eben die immergleiche Dichte haben. Ich persönlich bin, wie auch bei den extremen Vibrati und excessiven Tayauts der Meinung, dass etwas Zurückhaltung bei den Vénérieelementen die Ohren der Zuhörer nicht so sehr strapaziert und die Musik auch etwas lfür den Zuörer, der nicht eingefleischter Trompefan ist, eichter verdaulich wird.

Also  können wir unsere Fragestellung „What´s the fuck are they doing?” mittlerweile gut beantworten:

Hören wir noch mal rein in die Trompe de chasse

-https://youtu.be/UtpQZtWKmBQ

 

VolcelestCAntin

   

  • Viertel mit nachfolgend aufsteigenden Achteln, bzw Notation mit dem Mordentzeichen
  • Tayaut
  • Punktierte Viertel -> Roulé
  • Achtelgruppe absteigend ->Roulé bzw Rubato lang kurz
  • Fermate -> Vibtato

 

 

 

 

 

 

 

"Der Hornbrief"

Im Dezember 2016 haben wir die Newsletterreihe "Der Hornbrief" begonnen mit der wir Ihnen in losen Zeitabständen - in der Regel monatlich - informative und unterhaltsame Informationen rund um unsere Jagdhörner bieten.

Die Themenbreite geht dabei von der Technik über Hersteller und Komponisten über Musikstücke bis zu Bezugsquellen und den bläserischen Blick über den Zaun.

Beispiel: Der Hornbrief - Beispiel

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archive pixabay cc0Hornbrief-Archiv

Hier finden Sie die bisher versandten Hornbriefe:

Der Hornbrief April 2022 - Das omnitonische Horn

Der Hornbrief März 2022 - Das Posthorn

Der Hornbrief Februar 2022 - Der große "BILD-Jagdhorn-Vergleichstest"

Der Hornbrief Januar 2022 - Hubert Heinrichs „Fanfares autour de la chasse à tir“

 

Der Hornbrief Dezember 2021 - Jagdhornblasen Quo Vadis?

Der Hornbrief November 2021 - Fleißige Komponisten für das Es-Horn

Der Hornbrief Oktober 2021 - Vita Anthelme Devert

Der Hornbrief September 2021 - Hornspiel ist Leistungssport

Der Hornbrief August 2021 - Anthelme Devert

Der Hornbrief Juli 2021 - Parforcehorn und Orgel

Der Hornbrief Juni 2021- Alphorn: "Die aus dem Eschenbachtal", Gruppen- und CD-Vorstellung

Der Hornbrief Mai 2021 - Zur Lage der Bläsernation

(keine Hornbriefe von Dez. 2020 bis April 2021)

Der Hornbrief November 2020 - Le Rendez-Vouz De Chasse

Der Hornbrief Oktober 2020 - Komponistenportrait Die "Angerer"

Der Hornbrief September 2020 - Integration neuer Bläser in der Bläsergruppe

Weiterlesen: Hornbrief-Archiv

Jagd frankreichDer Hornbrief Januar 2022 - Hubert Heinrichs „Fanfares autour de la chasse à tir“

Mein geschätzter Sebastian Wendler, fleißiger Hornbrief-Leser und Fachmann auf dem Gebiet der Trompe de Chasse, hatte sich zuletzt auf die Erscheinung des Newsletters "Fleißigen Komponisten" gemeldet und angemerkt, dass wohl doch Hubert Heinrich die Ehre gebührt auf dem Spitzenplatz der Komponisten zu stehen. So hat unser geschätzter Bläserfreund Hubert Heinrich (den ich auch in Dassel auf dem Bläserseminar kennen lernen durfte) in den letzten Jahren sehr fleißig komponiert und seinen Zyklus "Fanfares autour de la chasse à tir“ geschrieben, den er allen Jägern und Bläsern widmet (zum Zyklus siehe unten unseren Gastbeitrag). 

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2021 11 Hornbrief KomponistenDer Hornbrief November 2021 - Fleißige Komponisten für das Es-Horn

Hallo, liebe Leser,

Wissen, das man nicht braucht - das könnte sich mancher denken bei diesem Hornbrief! Für mich war es aber mal eine interessante Spielerei, diese kleine Analyse zu machen.
Woher kommt eigentlich die Masse an Jagdhornliteratur für das Es-Horn (inkl. D-Horn (Trompe))? Wer sind die Vielschreiber? Welches Land hat die Nase vorn?

Weiterlesen: Der Hornbrief 2021-11 - Fleißige Komponisten für das Es-Horn

Der Hornbrief Oktober 2021 - Vita Anthelme Devert

Hallo, liebe Leser,

anbei die Biographie, des im August-Hornbrief "eingeführten französischen Trompe-Bläsers und Komponisten Anthelme Devert. Das Original findet sich in Handschrift auf der Homepage www.a-devert.com.

Unser geschätzter Freund und Bläserkollege Peter Aumann, Quakenbrück, vom „Stapelfelder Parforce Ensemble“ hat dies ohne Verzug mit viel Engagement übersetzt und stellt dies uns im Folgenden zur Verfügung.

Vielen Dank für deine Arbeit und das Engagement!

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2021 06 OrgelDer Hornbrief Juli 2021 - Parforcehorn und Orgel

Hallo, liebe Bläserfreunde,

Überblick

Unser Parforcehorn ist ein historisch eigenständiges Instrument, das im chorischen Klang mit anderen Hörnern seine Ausdruckskraft entfaltet, von zartfühlendem piano bis zum schmetterndem forte fortissimo. Auch in den Gottesdiensten – zumeist als Hubertusmesse ausgeübt – füllen die Hörner die Kirchen klanggewaltig. Die Vielzahl an Werken für Hubertusmessen lässt auch keine Langeweile zu.

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Der Hornbrief Juni 2021 - Alphorn: "Die aus dem Eschenbachtal", Gruppen- und CD-Vorstellung

CDEschenbachtal

Hallo, liebe Leser,

Zur Situation
Die Situation bessert sich zunehmend, die ersten Proben finden statt mit zahlreichen Lockerungen und Auftritte sind auch wieder möglich. "Greifen Sie jetzt an" unser geliebtes Hobby wieder zu reaktivieren. Vielleicht auch mal ein paar Stücke aus dem Alphorn-Repertoire testen, dass unserem Horn doch ähnlich ist....

Eine Auswahl an Bläsern bildet seit einigen Jahren eine Formation mit Alphörnern.Ich kenne zunehmend Jagdhornbläser, die sich auch diesem Instrument verschrieben haben. So gibt es auch hier im Nürnberger Umland zwei solcher Gruppen, die folgende Gruppe kommt aus der (Weingegend) Unterfranken, aktuell hat diese Gruppe auch eine CD aufgelegt - nicht nur mit Alphornstücken! 

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Der Hornbrief Mai 2021 - Zur Lage der Bläsernation

Hallo, liebe Leser,

Wie ihr/sie vielleicht gemerkt haben, fielen die Hornbriefe seit Dezember aus….

Das lag nicht an (einem persönlichen Fall von) Corona. Glücklicherweise blieb auch mein Umfeld bisher weitestgehend vom Virus verschont.

Der „Bläserbetrieb“ in meinem Umfeld hatte sich im gesamten Jahr  2020 ziemlich eingeschränkt, beim ersten Lockdown hatten wir nach und nach unsere Proben reduziert und dann eingestellt, der Probenraum wurde vom Vermieter (Kirche) gesperrt. Wir hielten nur noch Außenproben ab - bis die Damen sich (wettermäßig) geweigert haben. Bei meiner zweiten Gruppe war das logischerweise nicht anders (Gasthaus). Meinen Anfängerkurs, der nahezu jedes Jahr ab Februar startet, musste ich nach wenigen Proben einstellen – und konnte ihn bisher nicht mehr anfangen. Die Bläserwettbewerbe wurden abgesagt und auf 2021 verschoben - zum jetzigen Zeitpunkt (Bayern) sind sie schon wieder auf 2022 verschoben. Es war nichts mehr mit Blasen!

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Der Hornbrief November 2020 - Le Rendez-Vouz De Chasse

Hallo,

hier anbei eine schöne Interpretation des „Le rendez-Vous de chasse“ von Rossini, interpretiert von den „Trompes Royales De Dampierre“, einer Gruppierung in Paris, die sich u.A. aus Bläsern der bekannten „Le Debuche de Paris“ rekrutiert.

Le Rendez Vous De Chasse

Dazu ein Auszug aus Brass Journal plus Jg. 24/ 3. 2010:

„Seit der Urzeit wurde die Jagd eng mit Musik verbunden. Die Jagdmusik erfuhr, ähnlich wie die Musik für Naturtrompete einen Wandel, von der reinen Signalgebung hin zur Kunstmusik.
Gioacchino Rossinis schrieb Le Rendez-vous de Chasse im Jahre 1828, im Wald von Compiègne, dem Jagdgebiet der französischen Könige.
Es ist eines der schönsten Dokumente kunstvoll geadelter Jagdmusik. Rossini widmete das vorliegende Werk Baron Schickler aus Rambouillet,
der ursprünglich aus Berlin stammte und passionierter Jäger war. Diese Komposition wurde für das Jagdhorn (das weitwindigen und ventillose
französischen Parforcehorn in D) geschrieben.“

Die Komposition umrahmt musikalisch den Ablauf einer Parforcejagd. Deutlich im ersten Teil das Herannahen der Jagdgesellschaft, die beim ersten Mal noch weit weg (piano) zu hören ist, bei der Wiederholung mit Lautstärke und Kraft am Zuhörer vorbei reitet. Verschiedene Szenen der Jagd werden in den folgenden Teilen musikalisch abgebildet.

Die Interpretation ist mit Orgel und kleinen Zwischenstücken erweitert.

Schön hörbar ist das gebundene Blasen (also keine Minimalpausen zwischen den Noten) und das phrasenweise Blasen (also das „Durchhalten“ bis die Phrase beendet ist). Die Dynamik geht vom anheimelnden Piano bis zum kräftigen Tutti-Fortissimo.

Eine schöne Zusammenfassung der CD „Scene di caccia“ (auf der das Rendez-vous zu hören ist) der Trompe Royales gibt es unter https://www.youtube.com/watch?v=HjwlCYZfG7M. Hier kommt die ganze Breite der Einsatzmöglichkeiten unser Hörner zum Wirken!

Von Original gibt es zahlreiche arrangierte Sätze, so von Reinhold Stief, von Deisenroth und anderen. Die Original-Fassung des Werkes gibt es auf imslp.org oder hier.

Martin Geyer

Mit bläserischen Grüßen
Martin Geyer Dr. Peter Neu

Der Hornbrief September 2020 - Integration neuer Bläser in der Jagdhornbläsergruppe

(entnommen dem "Handbuch für Hornmeister", Martin Geyer)

Schwierig ist immer die Integration von neuen Bläsern in eine bestehende eingeschweißte Gruppe. Groß ist die Gefahr, dass (einzelne) Anfänger ein paar Mal teilnehmen und dann weg sind.

Neben den extra Anfängerproben, in denen man sich intensiv mit den Problemen jedes einzelnen Bläsers beschäftigen muss, sollte man auch während der Zeit der ersten Proben in der „großen“ Gruppe ab und zu wieder extra Anfängerproben machen. Diese können z.B. eine halbe Stunde vor der regulären Probe anfangen und sollten sich mit erkannten Problemen (z.B. beim Ansatz) oder dem Einüben der Stücke, die die „große“ Gruppe bläst, beschäftigen.

Weiterlesen: Der Hornbrief September 2020 - Integration neuer Blaeser

Der Hornbrief August 2020 - Probenarbeit mit der Jagdhornbläsergruppe

Den Ablauf einer Übungsstunde hat Uli Wehner (ehem. Leiter der Musikschule Bad Königshofen und Leiter der Jagdhornbläser Bad Königshofen) in seinem Artikel „Probenarbeit“ trefflich beschrieben. . Einen herzlichen Dank, lieber Uli, für die Erlaubnis zur Verwendung.

Die Probenarbeit mit der Jagdhornbläsergruppe - Versuch einer Analyse

Die „schnellste“ Probe
Man stellt fest, es sind zu wenig Interessenten da.

Bier her – Karten raus – das wars.

Weiterlesen: Der Hornbrief August 2020 - Probenarbeit mit der Jagdhornblaesergruppe

rhythmus8Der Hornbrief Juli 2020 -Rhythmus erlernen am Jagdhorn

Wesentlich für die Qualität von Bläsern und damit unserer Musik sind Übungen, mit denen Grundsätzliches erarbeitet wird. Ein blankes „Stücke runterblasen“ macht vielleicht manches Mal mehr Spaß, dient aber keinerlei Qualitätssteigerung, sondern nur besserer Kondition (und hat damit auch teilweise seine Rechtfertigung!).

Die folgenden (Rhythmus-) Übungen sind ein Katalog an Möglichkeiten, die es dem Hornmeister erlauben die Probe kurzweilig zu halten und Fehler und Probleme bei seinen Bläsern zu lösen. Die Auswahl der Übungen muss sich natürlich am Niveau der Gruppe orientieren, aber deren Schwierigkeit kann von Mal zu Mal gesteigert werden.

Weiterlesen: Der Hornbrief Juli 2020 - Rhythmus erlernen am Jagdhorn

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Der Hornbrief Juni 2020 - Jagdmusik zwischen Tradition und Innovation

Ist Jagdhornmusik heutzutage – in Zeiten von Smartphone und Facebook – noch sinnvoll, notwendig oder eben überflüssig. Soll auf nicht-jagdlichen Veranstaltungen überhaupt geblasen werden? Wo sind die Grenzen der Jagdmusik, was schießt heutzutage übers Ziel hinaus oder ist alles Tradition?

Weiterlesen: Der Hornbrief Juni 2020 - Jagdmusik zwischen Tradition und Moderne

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